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Präsidium Gedanken zur Zukunft der GKL
vom 03.02.2016, 18:54 von Uwe Pfenning (veröffentlicht von Rolf Ohnmacht)
Liebe Schachfreunde in Baden und Württemberg,

die Gemeinsame Kommission Leistungssport (GKL) befindet sich nach dem tragischen und traurig stimmenden Tods von Markus Keller und zuvor zweifachen kurzen Wechsel in der Geschäftsführung in einer Phase eines entscheidenden wie kritischen Umbruchs. Bereits 2014 begannen die gemeinsamen Gespräche zwischen beiden Landesverbänden, die GKL organisatorisch, institutionell und formal neu auszurichten. Aus badischer Sicht waren folgende Punkte relevant:

a)      Überführung der Gesellschaft in einen gemeinnützigen Verein mit schlanker Satzung und etlichen neuen Ordnungen, die dadurch auch schneller an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden könnten,

b)      Beibehaltung der hauptamtlichen Personalstruktur mit Geschäftsführer und Landestrainer/in bei gleichzeitiger Stärkung ehrenamtlichen Engagements in den Gremien. Mit Michael Meier haben wir einen verlässlichen und kompetenten Ansprechpartner für die GKL gewonnen. Wir erhoffen uns von ihm die Fortführung bewährter Maßnahmen wie auch den Mut und die Offenheit für neue Wege, Konzepte und Strukturen. Je mehr Betroffene eingebunden werden, desto verminderter der eigene Einfluss. Dies erfordert Mut und Vertrauen in die neuen Akteure,

c)       der Ausbau des ehrenamtlichen Engagements bedingt aber auch eine seriöse und weitgehende Mitsprache dieser ehrenamtlich Aktiven wie Eltern, Jugend und Talentstützpunkten. Denn ohne diese Chance zur Mitwirkung wäre der Appell zum Engagement auch nur ein Lippenkenntnis und Ausnutzen des ehrenamtlichen Engagements,

d)      damit steht aber zumindest in Teilen die Effizienz und Schnelligkeit der Entscheidungsfindung zur Disposition, weshalb eine verbesserte Kommunikationsstruktur und klar geregelte interne Abstimmungsprozesse nötig erscheinen,

e)      die Kadernominierung erregte immer wieder Kritik, aktuell gerade in Württemberg. Für Baden gilt, dass wir ein offenes, faires und transparentes Verfahren wünschen, ausgehend von gemeinsam festgelegten Werten und Koeffizienten über die Nachfrage bei betroffenen Kindern und Jugendlichen, Eltern, Heimtrainern, Trainern und Leiter der Talentstützpunkte. Ein Nachnominierungsverfahren würde sich dann erübrigen. En Vorschlag zu einem möglichen Verfahren  liegt von Konrad Müller und mir vor,

f)       es muss eine Konvention gefunden werden, wer das Vorschlagsrecht für die Nominierung hat. Die Talentstützpunkte sind bundesweit eine Besonderheit und ermöglichen eine Breite in der Leistungs- und Talentförderung. Aus unserer Sicht müssen diese viel intensiver in die Nominierung eingebunden werden,

g)      generell sollte die Unterstützung aktiver Talentstützpunke neu geregelt und angegangen werden, da sich diese in der Vergangenheit dramatisch ausdünnten. Deshalb wäre dies nach unserer Meinung ein primärer Arbeitsschwerpunkt der GKL in diesem Jahr. Nötig ist eine personelle Kontinuität, stabile Finanzplanung, qualifizierte Trainer und länderübergreifende Zusammenarbeit,

h)      für Spieler/innen, die auch aus Altersgründen oder einstweilen aus dem Kader herausfallen, sollte ein Auffangkader gebildet werden. Dies wäre sozial und fair gegenüber den betroffenen Spieler/innen und ermöglicht einen leichteren Übergang oder Rückkehr in den Kader. Hierzu wurden badischerseits bereits Gespräche mit dem LSP Rhein-Neckar-Odenwald geführt,

i)        für die jugendlichen Spieler/innen sollte eine landesweit streuende intensive Turnierserie geplant werden, um auf eine signifikante Anzahl von Partien im Jahresverlauf zu kommen als valide Basis für die Einschätzung der Spielstärke. Vorbild könnte die Württembergische Jugendpokalserie sein,

j)        für die Förderung älterer Jugendliche und junger Erwachsener, für die die GKL auch zuständig ist, braucht es Ideen und die Nachfrage, wie sich die Jugendlichen und jugendlichen Erwachsenen eine Förderung wünschen, dies scheint etwas aus den Augen der GKL gerutscht zu sein,

k)      die Arbeit des Landestrainers und aller anderen Trainer sollte effizienter aufeinander abgestimmt werden und didaktisch evaluiert werden, um neue Lernmethoden einzusetzen, die Kaderschulungen zu optimieren oder teilweise durch andere Angebote zu ersetzen.

l)        der Aufbau eines gesonderten Mädchenkaders halten wir für gegeben und sinnvoll, da die monoedukative Förderung von talentierten Mädchen sich vielerorts als besonders effizient erwies für dieses leider noch immer rare feminine Klientel im Schachsport.

 

Nicht bei allen diesen Punkten besteht Einigkeit zwischen den Landesverbänden. Dies ist okay, weil es die sachlich-konstruktive Diskussion fördert. Vorliegend ist ein neuer Satzungsentwurf. In einer gemeinsamen Gesprächsrunde und einer Teilnahme von Michael Meier als Geschäftsführer der GKL und Armin Winkler als Präsident des SVW auf einer BSV-Präsidiumssitzung wurden Argumente ausgetauscht und viele erste Gemeinsamkeiten gefunden. Da die neue Satzung keinen Technischen Ausschuss mehr beinhaltet, kann das Nominierungsverfahren neu geordnet werden. Zuvor sollten von alten Gremien der GKL keine bindenden Entscheidungen für das gesamte  laufende Jahr getroffen werden. Konzeptualisierungen sollte vor Aktionismus gehen.

Der Streitfall um die Nachnominierung einer württembergischen Spieler/in dokumentiert in vielfacher Weise die Problematik der bisherigen Nominierung. Prinzipiell gilt unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, dass keiner der betroffenen Spieler/innen durch eventuelle Fehler der Verbände benachteiligt werden darf. Nach meiner Meinung ist die Nachnominierung falsch. Bereits im Vorfeld der eigentlichen Nominierung und TA-Sitzung gab es Probleme, weil die Einladungen nicht ordnungsgemäß erfolgten und Baden deshalb nicht oder unvollständig vertreten sein konnte. Vieles ist hierbei der Zeitnot durch den Wechsel der Geschäftsführer geschuldet. Ob, wie und warum der fragliche Mädchenbonus hier zu Recht eingebracht wurde, sollte formal geklärt werden. Aus meiner Sicht wäre ein Angebot an den dadurch aus den Kader gefallenen Spieler/in fair und richtig. Mädchenförderung kann nicht bedeuten, Jungen zu diskriminieren. Der o.g. Mädchenkader hätte hier bereits einen Konflikt vermieden. Hier hat die GKL-Entscheidung einen Konflikt in einen Talentstützpunkt ausgelagert, was dem Anliegen der Mitsprache diametral widerspricht.

Ich hatte mehrfach die Gelegenheit, die WAM und Jugendpokalserie zu erleben. Ich sah begeisterte Jugendliche und Kinder, aktive Eltern und viele Talente. Schach wurde hier gelebt und gespielt. Die GKL wäre gut beraten, dieses Modell zu fördern und gemeinsam mit den TSPs die Talentförderung neu zu strukturieren. Und meinem Landesverband und Schachjugend kann ich nur empfehlen, dieses Modell zu übernehmen.

Derzeit sind vom neuen Geschäftsführer etliche Treffen mit den betroffenen Gruppen und Institutionen angesetzt (Trainertag, Treffen Leiter Talentstützpunkte). Dies sehe ich als Beginn der Mitsprache und einer neuen GKL an. Darauf freue ich mich.

Die Vielzahl der o.g. Punkte erfordert von beiden Verbänden eine intensive Beschäftigung. Die Umsetzung, vor allem die Vereinsgründung, sollte schnell erfolgen. Eine Idee war, ein GKL Symposium durchzuführen, auf dem sich alle Betroffenen treffen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. In Zukunft könnte ein solcher GKL-Tag die Jahresplanung der GKL abstimmen und dadurch auch den Geschäftsführer entlasten. Wir haben zudem die einmalige Chance, Schach mehr in die Gesellschaft hineinzubringen und auch im DSB für unser Konzept der Talentförderung mehr zu erreichen. Wir sollten sie nutzen. Derzeit ist die Zuarbeit für die DSB-Seite nicht gerade sehr ausgeprägt und wir sind mehr mit internen Streitfällen beschäftigt als mit der Zukunft.

Deshalb sind Anmerkungen und Kritik und Vorschläge zu den o.g. Punkten willkommen. Es soll endlich eine umfassende Diskussion über die Zukunft der GKL beginnen, die bisher nur im kleinen Zirkel geführt wurde.

Die nächsten Monate werden hier Klarheit bringen und über die Zukunft der GKL entscheiden.

 

Uwe Pfenning, Präsident des BSV

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