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Senioren Baden Senioren-Mannschaftsmeister
vom 18.10.2016, 00:13 von Bernd Fugmann (veröffentlicht von Frank Schmidt)

Badische Mannschaft gewinnt Deutsche Seniorenmeisterschaft 2016
Bei der 25. Deutschen Seniorenmannschaftsmeisterschaft im schönen Ambiente vom Hotel »Maritim« in Magdeburg lief das Team von Baden nach holprigen Anfangsschwierigkeiten in den ersten drei Runden immer mehr zur Hochform auf und gab in den nächsten fünf Runden keinen Mannschaftspunkt mehr ab. Doch zunächst fing es nach der offiziellen Begrüßung durch den Landesverband Sachsen-Anhalt, den DSB und den Schiedsrichter kurios an, denn bei der ersten Paarung zwischen Berlin II (2112) und Baden (2299) kam es zu einer »falschen Platzierung«, da an allen vier Brettern die Farben vertauscht wurden. Bis es durch den Mannschaftsführer von Baden entdeckt und reklamiert wurde, war es schon zu spät und der Schiedsrichter entschied gemäß der FIDE-Regeln, dass weitergespielt wird. Zum Glück gewann IM Mihail Nekrasov (TWZ 2388) mit Schwarz durch ein unaufhaltsames Matt mit Dame und Turm gegen Dr. P. Welz (2085) am ersten Brett, so dass keine unmittelbare Tragik daraus entstand, da die anderen Partien mit Remis endeten und Baden trotzdem planmäßig 2½:1½ gewann. In der zweiten Runde gegen Sachsen-Anhalt I (2194) kam es dann allerdings zu einem überraschenden Ergebnis, denn Baden verlor bei wiederum drei Remis mit 1½:2½, da FM Christof Herbrechtsmeier (2249) mit Weiß gegen Ralph Kahe (2189) am dritten Brett nach einer riskanten Gambit-Variante zwei Bauern verlor und diesen Nachteil in der Folge nicht mehr ausgleichen konnte. Etwas verunsichert überstand Baden gegen Sachsen I (2138) dann die dritte Runde. Überraschend stellte der sonst sehr zuverlässig spielende Mihail Nekrasov gegen Dr. Dirk Jordan (2168) die Dame ein. Da Gerhard Kiefer (2237) jedoch seine Partie gegen Stefan Glasewald (2034) gewinnen konnte, kam man mit einem 2:2 noch »glimpflich« davon. Dieser Rückfall auf den 13. Rang hatte für die nächste Runde zur Folge, dass Baden die Bretter mit der digitalen Live-Übertragung verließ und somit nicht mehr auf den Bildschirmen zu sehen war. Doch wer von den Anwesenden glaubte, dass die ursprünglich auf den zweiten Platz gesetzte badische Mannschaft mit dem Ausgang des Rennens nun nichts mehr zu tun haben würde, der wurde eines Besseren belehrt. Das Team raufte sich zusammen und »rollte das Feld in den nächsten Runden von hinten auf«.
So musste in der 4. Runde Hamburg (2164) durch Siege von IM Mihail Nekrasov gegen Erich Krüger (2236), FM Clemens Werner gegen Christoph Engelbrecht (2203) und Gerhard Kiefer gegen Wolf Gerigk (2054) mit einer ½:3½-Niederlage »dran glauben«. Dieser Erfolg verlieh der Mannschaft regelrecht Flügel, denn sie stieg fortan wie »Phönix aus der Asche« auf und war nicht mehr zu bremsen. So wurde in der 5. Runde zunächst NRW II (2199) durch die Siege von Clemens Werner gegen Helmut Hasenrück (2215) und Gerhard Kiefer gegen Hans Lotzien (2166) klar geschlagen, bevor es in der 6. Runde zur Vorentscheidung gegen Berlin I (2210) kam, welches bis dato zusammen mit NRW I und Bayern I einen Mannschaftspunkt mehr aufwies. Sollte auch diese Nuss geknackt werden, war in der Schlussrunde noch alles offen. Und tatsächlich, Mihail Nekrasov einigte sich mit Dr. Manfred Glienke (2210) am Spitzenbrett auf Remis, Christof Herbrechtsmeier begnügte sich gegen Dr. Friedrich Baumbach (2228) auch mit Remis und Gerhard Kiefer erreichte ebenfalls ein Remis gegen die Punktbeste des gesamten Turniers (6 aus 7), WIM Brigitte Burchardt (2161). Den entscheidenden Siegpunkt zum 2½:1½ besorgt Clemens Werner gegen FM Norbert Sprotte (2142) mit einer taktisch klugen Abdrängung der weißen Dame und nachfolgender »tödlichen« Läufer/Springer-Kombination auf den König. Da sich NRW I und Bayern I mit einem 2:2-Unentschieden trennten, wäre der Weg für Baden auf das Treppchen frei, wenn noch ein abschließender Gewinn in der 7. Runde gelingen würde.
Natürlich stieg die Spannung jetzt noch einmal an, denn die führenden Mannschaften von NRW I (9 MP), Berlin I (8 MP), Bayern I (9 MP) und Baden (9 MP) wollten es nun »wissen«, wer am Ende ganz oben stehen darf. Da Berlin I (2210) das favorisierte Team von NRW I (2310) mit FM HW. Ackermann (2360), IM Boris Khanukov (2316), FM Jefim Rotstein (2316) und KH. Hüttemann (2249) überraschend mit 2½:1½ schlug, konnte Baden bei einem Sieg gegen Bayern I aus eigener Kraft den Gesamtsieg schaffen. Und fast wie im Märchen holten Mihail Nekrasov am ersten Brett gegen FM Berthold Bartsch (2267), Clemens Werner gegen KH. Kannenberg (2214) und Christof Herbrechtsmeier gegen Gerhard Schmidt (2214) jeweils ein Remis und erkannten die Chance, dass Gerhard Kiefer gegen Rainer Oechslein (2278) zum »Matchwinner« werden könnte. Doch der Weg dorthin war noch »ewig weit«; aber auf der »Welle des Sieges« traute sich der mit Weiß spielende Badener die beengte Bewegungsfreiheit seines Gegners mit einem mutigen Läuferopfer auf g5 vor dem hilflosen König auszunutzen. Den Rest des bayerischen Dramas besorgten dann gemeinsam Dame und Springer vom überragend spielenden Gerhard Kiefer zum glorreichen Endstand von 2½:1½ für Baden.
Nach den Meisterschaftsjahren 2012 und 2013 gelang Baden damit zum dritten Mal der Gewinn des Titels.
Der Erfolg des Südwestens wurde durch den 2. Platz von Württemberg zum »Baden-Württembergischen Doppelsieg« noch komplettiert.
Herzlichen Glückwunsch!
Fotos:
www.schachbund.de, Turnierseite
 

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